Natürlich ist die BRD Automobilland und auf diese lange Tradition sind die Deutschen besonders stolz. Eine ganze Reihe von Unternehmen konkurriert nicht nur im eigenen Land, sondern ist oftmals in ihren Nischen sogar Weltmarktführer oder liefert sich einen harten Kampf mit anderen Anbietern, etwa aus Japan oder aus den USA. Die imposanten Zahlen beim Umsatz und Mitarbeitern sind allerdings immer auch nur eine Momentaufnahme, da es auch in einer von deutschen Unternehmen beherrschten Branche zu Veränderungen kommen kann, die dann wiederum zu größeren Problemen für eine recht einseitig ausgerichtete Ökonomie führen. Ob die deutsche Automobilindustrie dafür gerüstet ist?

VW: Käfer, Golf und Abgasskandal

Die Gründung dieses Konzerns hat immer auch mit den Nationalsozialisten zu tun, deren Volkswagen sprichwörtlich als Gefährt für alle Leute im Lande gedacht war und diese Tradition reitet der Konzern im Grunde genommen auch heute noch. Rund um Wolfsburg, der großen Autostadt in Niedersachsen, arbeiten mehr als 600.000 Menschen für VW und fertigen seit Jahrzehnten ewige Dauerbrenner wie den Golf, Passat oder früher auch den Käfer. Das führt zu mehr als 200 Milliarden Euro Umsatz, auch wenn diese Zahl zuletzt beeinträchtigt wurde durch den Abgasskandal in den USA. Volkswagen hatte bei der Software getrickst und muss auch weiterhin hohen Schadensersatz leisten, das führte zuletzt sogar zu Verlusten im Milliardenbereich.

Zu VW gehören noch eine Reihe anderer Marken, von den Audi in Deutschland sicher die bekannteste ist. Im bayrischen Ingolstadt arbeiten immerhin mehr als 80.000 Leute und erwirtschaften gut 50 Milliarden Euro im Jahr, dabei bleibt dank der Popularität dieser Wagen immer noch ein Gewinn von fast 3 Milliarden Euro hängen.

Die deutsche Oberklasse

Etwas teurer präsentieren sich Marken, die weltweit wohl zu den begehrtesten überhaupt gehören: Ein Mercedes Benz von der Daimler AG, das ist ein gutes Stück deutsche Ingenieurskunst und die Qualität dieser Fahrzeuge ist dabei genauso bekannt wie bei BMW, dem Hersteller aus München. Die Daimler AG beschäftigt um die 280.000 Angestellten und kommt auf beinahe 150 Milliarden Euro Umsatz, das sind mehr als 8 Milliarden Euro Gewinn! BMW ist ebenfalls gut dabei, hier sind gut 120.000 Leute tätig und das erbringt im Jahr mehr als 90 Milliarden Euro oder einen Gewinn von mehr als 6 Milliarden Euro.

Auch Porsche muss man in die Kategorie der Oberklasse einordnen, wobei viele Besitzer das schon als ein ausgewiesenes Luxusgefährt betrachten. Gerade mal 20.000 Menschen arbeiten hier, doch aufgrund der hohen Preise dieser Wagen führt das zu Umsätzen von mehr als 17 Milliarden Euro im Jahr und einem Gewinn von 2 Milliarden. Beeindruckende Zahlen, die übrigens auch den VW Konzern erfreuen, der bei Porsche kräftig mitreden darf.

Kann Siemens auch Elektromotoren?

 

Der größte Trend im Automobilbau heißt Elektromotor und wer sich die Messen und Modellpaletten der deutschen Hersteller so anschaut, der könnte meinen, hier arbeite man nicht so ganz konzentriert an der Umsetzung entsprechender Angebote. Noch immer bringen VW und Co vor allem Dieselfahrzeuge auf den Markt und es ist gut möglich, dass globale Quereinsteiger wie Tesla oder auch mal ein asiatischer Hersteller quasi über Nacht eine Nachfrage befriedigen, die dann an den deutschen Unternehmen vorbeigeht. Das wäre katastrophal für die deutsche Wirtschaft! Kann hier vielleicht ein Mischkonzern wie Siemens für Möglichkeiten sorgen? Mit Elektrotechnik kennt man sich aus, es werden im Jahr mit diesen Produkten rund 75 Milliarden Euro verdient und hier arbeiten 350.000 Menschen. Innovation tut Not und man darf gespannt seyn, welche Strukturen in Deutschlands Automobilbau in Zukunft bestehen werden.